Führung in der Zukunft

von Pamela Wendler

Unser geschäftliches Umfeld wandelt sich permanent. In der letzten Zeit gewinnt man fast den Eindruck, dass die Geschwindigkeit sogar noch zunimmt. Zusätzlich haben sich die Erwartungen der Mitarbeiter, gerade in den nachrückenden Generationen, erheblich verändert. Dies führt zu der Frage nach der „Führung der Zukunft”.

Die Einflussfaktoren auf Führungskräfte und ihr Handeln sind vielfältig. Sie gehen von strategischen Themen über Kunden und Prozesse bis hin zu Mitarbeitern. Gerade die künftige Führung von Mitarbeitern, unter dem Einfluss des Fachkräftemangels, wird von immer größerer Bedeutung. Sind diese doch der Motor, die ein Unternehmen am Laufen halten.

Veränderte Faktoren von außen

Einige Schlagworte kursieren bereits seit Jahren in den Medien und verbinden sich zwischenzeitlich zu noch komplexeren Gemengelagen.

Nehmen wir die Digitalisierung: lange in aller Munde für mehr Effizienz, doch noch immer nicht flächendeckend vorhanden. Kombiniert mit dem Trend zu mehr Homeoffice zeigen sich die technischen Defizite ganz deutlich.

Im Wettbewerb zeigen sich an vielen Stellen die Einflüsse der Globalisierung, was neue Märkte eröffnet und, zusammen mit innovativen Start-Ups, ganz neue Mitbewerber sowie veränderte Erwartungen der Kunden mit sich bringt.

Eine massive Veränderung stellt auch die stetig wachsende Unberechenbarkeit durch viele sich bedingende Einflüsse dar. Schnelle Entscheidungen sind daher gefordert. Das erschwert ein längerfristiges planvolles Handeln und stellt damit einen Eckpfeiler der aktuellen Führung auf den Kopf.

© AYAimages / stock.adobe.com

Die nachrückenden Generationen und die Führung der Zukunft

Ab den sogenannten Millennials, Mitarbeiter der Geburtsjahre 1980 bis 1996, haben Arbeitnehmer komplett andere Erwartungen als bisherige Generationen. Sie revolutionieren die Kommunikation und das Miteinander, das Einkaufen sowie den Umgang mit Work-Life-Balance. Was keinesfalls bedeutet, dass diese Generation faul ist. Ihre Werte haben sich gegenüber den Arbeitnehmern von vor 20 und erst recht vor 40 Jahren geändert, und somit ihre grundsätzliche Haltung zur Arbeit.

Die Gallup Studie zur Zukunft der Arbeit aus dem Jahr 2019 belegt deutlich, dass sich diese modernen Mitarbeiter nicht mehr mit Geld motivieren lassen, sondern mit dem Sinn, den sie in ihrer Arbeit sehen. Sie streben nach Erfüllung und einem sinnhaften Lebensinhalt, zu dem auch die Arbeit beitragen soll. Sie entscheiden sich daher für Unternehmen, die die Welt positiv verändern und einen überzeugenden Kundennutzen stiften.

Womit begegnest Du neuen Herausforderungen

Viele dieser Erkenntnisse sind vermutlich nicht neu und helfen Dir nicht weiter. Die folgenden Ideen geben Dir einige Impulse, wie Du die Führung der Zukunft in Deinem Unternehmen umsetzen kannst.

Um sich von den Mitbewerbern, auch auf globaler Ebene, abzuheben und ein attraktives Unternehmen für Bewerber und Mitarbeiter zu sein, ist es wichtig den Sinn und Zweck des Unternehmens zu wissen und zu kommunizieren.

In der oben genannten Gallup Studie gaben gerade 25 % der Arbeitnehmer an, den Sinn und Zweck ihres Unternehmens zu kennen. Diese fehlende Verbindung zwischen den Führungsebenen und der Belegschaft ist ein gewaltiges Problem. Mitarbeiter identifizieren sich zu wenig mit ihrem Unternehmen, was sich in der Leistung niederschlägt. Es fehlt ihnen an einer klaren Kultur, einer starken Marke und eines überzeugenden Nutzens, der das globale Ziel verfolgt, die Welt besser zu machen.

Die nachrückenden Generationen Y und Z erwarten von Ihren Vorgesetzten auch eine Abkehr von Kommando und Kontrolle hin zu einer unterstützend coachenden Haltung.

Diese modernen Arbeitnehmer möchten arbeiten und sich persönlich entwickeln. Dafür wünschen sie sich Führungskräfte, die ihre Stärken erkennen und sie entsprechend einsetzen, sowie Hilfe bei ihrer persönlichen Weiterentwicklung. Der Fokus der Chefs soll also auf Potentialen und nicht auf Schwächen liegen.

Ein Teil dieser neuen Haltung ist das Vertrauen in die Leistung, das den Mitarbeitern entgegengebracht wird. Vorgesetzte können so vielleicht auch entspannter mit dem ortsunabhängigen Arbeiten umgehen.

Angelehnt an die allgegenwärtigen schnellen Austauschmöglichkeiten, wie Chat und Tweets, wünschen sich immer mehr Mitarbeiter regelmäßiges Feedback. Dafür reichen schon kurze Gespräche von einigen Minuten pro Woche.

Umgekehrt heißt das: Das klassische Mitarbeiter-Jahresgespräch hat ausgedient beziehungsweise darf einen neuen sinnhaften Anstrich erhalten.

Der zusätzliche Nutzen für die Führungskräfte und das Unternehmen ist die permanente Möglichkeit sich mit den Mitarbeitern über Herausforderungen wie globale Themen, komplexe Zusammenhänge oder veränderte Erwartungen der Kunden auszutauschen. Du wirst überrascht sein, welche guten Ideen Deine Mitarbeiter einbringen.

© olezzo / stock.adobe.com

Eine besondere Wucht, im Erfolgssinn des Unternehmens wie der persönlichen Weiterentwicklung der gesamten Belegschaft, bieten Austauschformate und die Möglichkeit zum Netzwerken.

Die erfahrenen Mitarbeiter tragen einen Schatz an Wissen und Können mit sich. Die jüngeren Kollegen bringen die neue Grundhaltung mit, dass Wissen immer und überall vorhanden ist oder sich geholt werden kann. Die früher etablierten Glaubenssätze, wie „Wissen ist Macht“, haben für sie keine Bedeutung. Im Gegenteil, ihnen liegt die Kooperation als Zusammenarbeitsform am Herzen, um Herausforderungen zu meistern und Probleme zu lösen.

Die Königsdisziplin der ‚Führung der Zukunft‘ ist die Wertschätzung, sowohl für die Erfahrung der langjährigen Kollegen wie für den neuen Geist, alles Wissen offen zu legen und gemeinsam die besten Wege zu beschreiten.

Gelingt dieser Weg, entfaltet sich diese besondere Wucht für das Unternehmen in innovativen, durchdachten Lösungen, die alle Mitarbeiter mittragen.

Fazit zur Zukunft der Führung

Veränderungen im Umfeld jedes Unternehmens, wie neue Erwartungen an die Chefs, erfordern zwingende Anpassungen in der Führung, um erfolgreich am Markt bestehen zu bleiben und sich attraktiv für den immer kleiner werdenden Pool potenzieller Bewerber zu machen.

Die Integration und gegenseitige Wertschätzung früherer Generationen und der nachkommenden Kollegen stellt die besondere Herausforderung an die „Führung der Zukunft” dar.

Mitarbeiter, die neu in die Arbeitswelt stoßen, sowie ein immer größer werdender Teil der etablierten Belegschaft, möchten:

  • einen Sinn in ihrer Arbeit sehen
  • Gestaltungsräume, um mitzureden und auszuprobieren
  • Verantwortung für sich und ihr Handeln übernehmen
  • sich persönlich weiterentwickeln
  • mit ihrem Schaffen die Welt ein bisschen besser machen.

Gestehe Dir ein den besten Weg nicht immer zu kennen und frage Deine Mitarbeiter. Gemeinsam mit ihnen kannst Du herausragende Ergebnisse erzielen und Dein Unternehmen zu einem Arbeitgeber entwickeln, den Mitarbeiter ungerne verlassen und in dem sich Bewerber die Klinke in die Hand geben.

Ähnliche Beiträge